Julius guckt durch die Armlehne meines Computerstuhles hindurch Julius ist am 28. Juli 2006 bei mir und meinen Eltern, in Norddeutschland, auf meinen Wunsch hin eingezogen. Julius ist, ganz im Gegensatz zu unseren früheren beiden Katzen, skeptisch und scheu gegenüber fremden Menschen und Menschengruppen. Diese Eigenschaft ist für einen Freigänger sicher von Vorteil. Gegenüber anderen Katzen weiß er aber sein Revier - mitten im ländlichen Niedersachsen gelegen - durchaus zu verteidigen.

Im Frühjahr 2009 habe ich erfolgreich mein Abitur abgeschlossen und ich hatte schon früh eine genaue Vorstellung von meinem beruflichen Ziel: Ich wollte Virologin werden - Ebola und Aids, über diese beiden Viren möchte ich den wissenschaftlichen Kenntnisstand erweitern und die Bekämpfung möglich machen, weil eben diese beiden Viren zu den gefährlichsten und «hinterhältigsten» gehören und vor allem in Afrika viele Todesopfer fordern.
Für das Biologiestudium verschlug es mich zusammen mit meinem Freund im September 2009 nach Wien. Vom Landleben in die Großstadt - da ist es verständlich, dass Julius und ich nun nicht mehr zusammen leben. Ich hatte zwar einen Versuch gestartet, Julius an die Wohnung zu gewöhnen und hatte ihm extra eine Zweitkatze aus einem Wiener Tierheim geholt, doch auch wenn die Zusammenführung gelang - Julius kannte den ländlichen Freigang seit drei Jahren und vermisste ihn daher sehr. Er zeigte dies deutlich, indem er nach einiger Zeit begann, mehrmals am Tag (und in der Nacht) kläglich zu weinen. So kam es dazu, dass ich ihn nach eineinhalb Monaten wieder zurück zu meinen Eltern brachte. Vor allem meine Mutter freute sich sehr über Julius Rückkehr. Julius genießt seitdem wieder seinen täglichen Freigang.

Bluna auf dem Katzenbalkon Und was wird nun aus der Zweitkatze? Einerseits war sie mir in den knapp eineinhalb Monaten schon an's Herz gewachsen, andererseits stand für mich schon vor meinem Umzug nach Wien fest, dass ich auf keinen Fall ohne Katze leben wollte. Und so blieb die «Zweitkatze» bei uns - und erhielt den Namen Bluna.

Dani am Kratzbaum Nicht jeder mag eine Katze ohne Freigang in der Wohnung halten. Auch ich finde, dass es für die Katze sehr langweilig werden kann, weil es einfach an Umweltreizen fehlt. Damit Bluna zumindest körperliche Nähe zu einem Artgenossen haben kann, wenn wir mal außer Haus sind, entschloss ich mich, einen Partner für Bluna zu holen. Und so kam Dani zu uns.

Aus der «innigen Liebe zweier Artgenossen», wie ich es mir erhofft hatte, ist leider nichts geworden. Aber mittlerweile tolerieren sich die beiden nicht nur, sie scheinen einander durchaus allmählich zu schätzen.

25. Mai 2010













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